Wenn der Schellac klebt

Wenn der Schellac klebt

 

Hast du dich auch schon einmal gefragt, warum bei Schellac oder Gelnägeln nach dem Aushärten immer eine klebrige Schicht auf dem Nagel zurückbleibt? Immer wieder kommen vereinzelt Frauen auf mich zu, die nach dem Kauf eines Shellac Starter Sets diese Fragen haben. Du fragst dich, ob etwas falsch gelaufen ist und ob der Nagel wirklich „trocken“ geworden ist? 

Die gute Nachricht für dich gleich zu Beginn: Das ist völlig normal und sogar nützlich. Hast du die Trocknungszeit eingehalten und die Lampe ist voll funktionsfähig, musst du dir keine Sorgen machen.

In einzelnen Fällen, besonders bei Anfängern kann es vorkommen, dass der Schellack oder das Gel zu dick aufgetragen wurde. Besonders bei stark pigmentierten Lacken oder solchen, die zusätzlich Glitzer enthalten, kann dies durchaus schon einmal vorkommen.

Das UV/LED-Gerät ist dann nicht in der Lage, die starke Schicht aus Pigmenten vollkommen zu durchdringen. So kann der jeweilige Kunststoff nicht ordnungsgemäß aushärten. In diesen Fällen ist jedoch meist die unterste Schicht des Kunststoffs betroffen, die du somit nicht sehen kannst.

Das das Aushärten nicht ordnungsgemäßg verlief, merkst du meist dann erst daran, dass sich beispielsweise der Shellac in einem Zug wieder abziehen lässt oder du beim Abfräsen/Abfeilen dann eine andere Konsistenz des Shellacs feststellst. Die unterste Schicht sieht dabei meist nass „kristallig“ aus. Wenn du doch bereits beim Auftragen merken solltest, dass das Aushärten nicht funktioniert, solltest du von vorne beginnen und den Shellac dünner auftragen.

Im Normalfall wird also beim Shellac in dünneren Schichten gearbeitet und in der Lampe getrocknet. So garantiert man das ordnungsgemäße Aushärten. Eine klebrige und dünne Schicht bleibt im Anschluss auf deinem Nagel zurück. Man nennt diese Schicht die Schwitzschicht, das dazugehörige Fremdwort lautet Dispersionsschicht manchmal auch Inhibitionsschicht.

Tatsächlich ist es so, dass auch die Schwitzschicht die Folge eines nicht vollständigen Aushärtens ist. Doch warum das gut ist und wir genau diese Schicht brauchen, wird dir noch im Folgenden erklärt. Der Unterschied zu dem obigen Problem ist jedoch, dass bei einer Schwitzschicht eine deutlich kleinerer Anteil des Shellacs nicht aushärtet, als oben.

Die Dispersionsschicht kann sinnvoll genutzt werden

Diese Schicht ist an mancher Stelle sogar sinnvoll einsetzbar. Zum Beispiel für den Fall, dass eine weitere Schicht aufgetragen wird, ist sie sogar überaus nützlich. Denn beim erneuten Aushärten wird eine feste Verbindung zwischen den beiden Schichten hergestellt, welche durch die Schwitzschicht sogar noch verstärkt wird. Sie wirkt also wie ein bindendes Element und es ist sogar empfehlenswert, sie zu lassen, wo sie ist. Im Nagelstudio entfernt deine Nageldesignerin diese Schicht manchmal trotzdem. Das ist jedoch kein Problem, denn zur besseren Haftung wird der Nagel nun mit einem Buffer angeraut, beispielsweise, wenn du eine Gel Modellage erhältst, dies ist nämlich bei Shellac kaum der Fall.

Die Nageldesignerin möchte nur den Aufbau dünner feilen und entstandene Unebenheiten glätten. Nur beim Finish solltest du die Schicht natürlich entfernen, anschließend glänzt der Nagel schön, sofern es sich um einen Versiegler mit Schwitzschicht handelt. Mittlerweile gibt es auch Versiegler ohne Schwitzschichten.

Das geschieht natürlich mit einem Cleaner, der extra diesem Zweck dient. Nagelöle sind ebenfalls empfehlenswert zum Entfernen der Schicht. Mit Ölen solltest du allerdings immer vorsichtig sein, denn falls du die Schwitzschicht zwischendurch entfernen möchtest, sind diese nicht vorteilhaft. Öle verhindern das Haften neuer Schichten und können auch nachträglich noch dazu beitragen, dass einzelne Schichten abplatzen oder absplittern. Daher sollten diese nur zum Schluss verwendet werden. Mehr dazu findest du übrigens auch in meiner Shellac Online Ausbildung.

 

Wie entsteht die Schwitzschicht?

Warum und wie kommt es zur Bildung von Schwitzschicht? Um dies zu erklären, tauchen wir ein wenig in die Chemie ein. Denn wie viele Dinge in unserem Alltag ist auch das Aushärten von Nägeln unter der UV/LED - Lampe ein chemischer Prozess. Der Aushärtungsprozess findet statt, weil durch die Bestrahlung mit dem UV/LED Licht lange Atomketten gebildet werden.

Durch die Kettenbildung, welche man auch Kettenpolymerisation nennt, härten die im Lack enthaltenen Moleküle aus. Feuchtigkeit tritt bei dieser Reaktion aus, wodurch der Prozess sogar noch begünstigt wird. Was übrig bleibt, ist die Dispersionsschicht. Dementsprechend ist es auch kein Problem, diese als Bildeelement zur nächsten Schicht zu nutzen, da sie bei erneuter Bestrahlung und in Verbindung mit der neuen Gelschicht hart wird.

Ăśber die Autorin

Autor

Aiki, GrĂĽnderin von Nailoona

Das bin ich. Aiki 26 Jahre alt, Gründerin von Nailoona und Nageldesign Expertin. Seit nun 10 Jahren habe ich die Kunst des Nageldesigns studiert und das Wissen in 2 Bestsellern, Nageldesign Online Ausbildungen und Magazin Beiträgen in der Nailoona Academy verfasst. 

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